Katja ist Teilnehmerin des Trainings „Überbringen schlechter Nachrichten“. Sie führt ein Team junger Mitarbeiter aus der Unterhaltungsbranche. Aus strategischen Gründen arbeitet das Unternehmen mit befristeten Arbeitsverträgen. In Ausnahmefällen erhalten die Mitarbeiter feste Arbeitsverträge. Bevor sie mit ihrem Mitarbeiter Jacob (gespielt von einem Seminarschauspieler) ins Gespräch geht, klären wir gemeinsam das Thema, das Ziel und ihre persönliche Herausforderung.

Thema: Jacob bekommt keinen festen Arbeitsvertrag. Das Arbeitsverhältnis wird beendet.
Ziel: Katja will dem Mitarbeiter die Entscheidung mitteilen und die Übergabe seiner Projekte klären.
Als ihre persönliche Herausforderung benennt Katja, dass sie trotz aller Empathie Klarheit schaffen will und die Verbindlichkeit der Übergabe vermitteln möchte.

Die Einleitung der Konfliktsituation gestaltet Katja definitiv zu lang. Sie ist unspezifisch und spricht von „gewissen Vorgaben“, die sie einzuhalten habe. Noch bevor die Botschaft auf dem Tisch liegt, fügt sie hinzu, dass sie mit Jacob „stets zufrieden war“ und es „keineswegs daran liege, dass sie mit seiner Arbeit nicht zufrieden war“. Bei Jacob entsteht Verwirrung. Er schwebt zwischen Hoffen und Bangen. Katja verliert ihr Ziel, Klarheit zu schaffen aus dem Auge und „leidet mit“. Die Stimmung wird immer bedrückter, bis ich das Gespräch mit dem nachfolgenden Bild stoppe.

Das Bild dazu:

Eine Badewanne voller Schlamm (der Schlamm steht für die bedrückende Stimmung). Führungskraft und Mitarbeiter befinden sich im Gesprächsablauf gemeinsam in der Badewanne und fokussieren den Schlamm. Der Mitarbeiter selbst kann sich aus der Situation nicht lösen, da er durch die Emotionen nur reagiert und nicht agieren kann. Er ist gefangen in der Emotion. Meine Aufforderung an Katja: „Jetzt ist es Zeit, dass du den Stöpsel ziehst, einen Bademantel anziehst und unter die Dusche gehst!“

Die Lösung auf dem Weg zu Führungsklaar:

Lege die negative Nachricht im Konfliktmanagement unmittelbar und unmissverständlich auf den Tisch. Liefere nur eine kurze Erklärung. Lange Erklärungen führen zur Diskussion mit dem Ziel, die Entscheidung rückgängig zu machen. Fange die Emotion ab, sobald die Nachricht gelandet ist. Und auch hier gilt: Führungsklaar im Sinne von transparent und fertig. Das Mitarbeitergespräch sollte nicht unnötig in die Länge gezogen werden.

Literaturtipp: „Schwierige Gespräche kompetent bewältigen“ von Dr. Peter Weber. Erschienen bei Pabst‚ Science Publishers. ISBN 3-89967-273-9.

Institut Synergie GmbH

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