Eric nimmt gemeinsam mit anderen Führungskräften eines großen Autohauses an einer Teambildungsmaßnahme teil. Im ersten Schritt haben alle Teilnehmer ein TRACER Strategieprofil erstellt. Die Ergebnisse wurden gemeinsam besprochen. Heute werden die Unterschiede der Profile in der Schulung mit Hilfe des Seminarschauspielers Raoul plastisch dargestellt. Und die Teilnehmer finden gemeinsam mit mir als Coach in der Persönlichkeitsentwicklung Wege, mit dem „Anderssein“ der Kollegen umzugehen. Die neuen Verhaltensweisen werden in diesem Seminar für Führungskräfte mit dem Seminarschauspieler und dem eigenen Kollegen „getestet“. Eric ist Aftersales Manager. Sein Kollege Bernhard stellt die nachfolgende Situation mit Eric zur Diskussion. In der Situation wird die Rolle von Eric zunächst vom Seminarschauspieler übernommen. Sobald Bernhard eine für sich befriedigende Strategie gefunden hat, setzt er sich seinem echten Kollegen gegenüber.

 Situation:

Eric (gespielt vom Seminarschauspieler) sitzt an seinem Schreibtisch und schaut auf seinen Bildschirm. Überall liegen Unterlagen. Er wirkt gestresst. Bernhard hat eine Anfrage eines Kunden. Der Kunde möchte in diesem realistischen Rollenspiel wissen, wie hoch die Kosten für den nachträglichen Anbau einer Anhängerkupplung sind. Er stellt sich neben den Schreibtisch von Eric. Eric schaut weiterhin auf seinen Bildschirm. Schützend zieht er die Schultern hoch. Ich werfe einen kurzen Blick auf „den echten Eric“: Er lächelt und nickt bestätigend. Die Situation scheint sehr realistisch zu sein.
Obwohl Eric Bernhard nicht anschaut oder ihm ein Signal gibt, fängt Bernhard an zu reden. Eric schweigt und zieht die Schultern noch höher. Bernhard zuckt mit den Schultern und schaut verzweifelt zu mir: „Genau so ist es. Er tut, als hört er mich überhaupt nicht. Was soll ich denn da machen?“

Die Situation ist bei diesem Coaching für Verhaltensänderung klar. Eric schützt sich, indem er sich in den Bildschirm verkriegt und die Schultern hoch zieht. Bernhard reagiert sauer, wodurch sich Eric noch mehr schützen muss.

 Das Bild dazu:

Ein Maulwurf (Eric). Man kriegt ihn nicht zu packen. Der Haufen steht für seinen unausgesprochenen Ärger. Und der Haufen verursacht beim „Gärtner Bernhard“ immer mehr Ärger. Das spürt Eric, wodurch auch sein Ärger (und dadurch der Maulwurfhaufen) immer stärker wächst.

 Die Lösung auf dem Weg zu Führungsklaar

Das Profil von Eric zeigt zwei für diese Situation wichtige Elemente: Eric ist stark visuell. Er erzielt keine Punkte auf auditiv. Hierdurch gelingt es ihm, Kollegen in Stresssituationen zu „überhören“. Sein Schutzmechanismus ist das Visuelle. Deswegen verkriecht er sich förmlich in den Bildschirm. Und Eric hat einen hohen Wert auf externe Referenz. Das bedeutet, dass ihm die Meinung anderer Menschen sehr wichtig ist. Das führt dazu, dass er in seiner Rhetorik zu spät benennt, dass er überfordert ist, weil er es jedem Recht machen will. Und weil es ihm so sehr schwer fällt, Grenzen zu ziehen und Bitten anderer Kollegen auszuschlagen. Wenn er überfordert ist, wie in der Situation dargestellt, fehlen ihm in der verbalen Kommunikation wortwörtlich die Worte.

Berhard erarbeitet mit mir die Strategie, dass er sich zunächst zu Eric hinsetzt, ihn anspricht und fragt, ob es gerade passt. Außerdem vereinbaren beide gemeinsam, dass Bernhard ab sofort benennt, ob seine Bitte dringend oder wichtig ist. Eric dagegen lernt unser 4-Phasen Feedbackmodell, mit dem er in Gesprächssituationen seine Grenzen klar benennen kann.

Literaturtipp:

„Wort sei Dank“ von Shelle Rose Charvert. Erschienen bei Junfermann. ISBN 3-87387-370-2. In dem Buch werden viele Sprachmuster beschrieben, die wir mit dem TRACER Strategieprofil für Trainings, Coachings und Assessments abtesten.

Institut Synergie GmbH

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